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Der Tod epochemachender Künstler hat in letzter Zeit Saison, jetzt hat es Scott McKenzie getroffen. O.k. letztlich ein One-Hit-Wonder mit „San Francisco (Be Sure To Wear Some Flowers In Your Hair)“, so der vollständige Titel. Irgendwie aber mehr, denn es war die Hymne der Hippie-Bewegung und damit letztlich der mentalen Abgrenzung Nordkaliforniens vom Rest der USA, die Nachwirkungen aus der Zeit reichen zum Teil bis heute, trotz zeitweiser Republikaner-Regierung unter Schwarzenegger.

Erst die Hippie-Szene hat den Boden des Silicon Valley gedüngt, sodass dort nicht nur Früchte sondern auch Intel, Adobe, Xerox PARC, Oracle, Sun und natürlich Apple gedeihen konnte, allesamt Unternehmen, deren Gründer und führende Entwickler und Wissenschaftler mit der Hippie-Szene verwurzelt waren.

Auch wenn ich natürlich das San Francisco der 60er nicht kenne, auch in den späten 80er, als ich zum ersten Mal dort war, war der Geist des Flower Power zu spüren. Umweltschutz, Integration und Akzeptanz Homesexueller, Erhaltung und Wiederbelebung des öffentlichen Nahverkehrs, Erhaltung der Innenstadt als Ort zum leben, einkaufen und arbeiten, Szene-Viertel wie Haight-Ashbury, wo sonst in den USA findet man das?

Natürlich hat man Jahrzehnte nichts von Scott McKenzie gehört, trotzdem stimmt mich sein heutiger Tod traurig. Bleibt zu hoffen, dass mit ihm nicht das Erbe der Hippie-Bewegung zu Grabe getragen wird.

Traurige Grüße,
Carsten Lemmen

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